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Ich packe meinen Koffer...

Da ich beruflich und privat viel reise, bin ich im Koffer nicht gerade ungeübt. Früher habe ich stets zu viel eingepackt und mich mit dem schweren Koffer abgemüht. Zurück zu Hause musste ich dann frustriert feststellen, dass ich die Hälfte der Sachen nicht einmal anhatte. Mit dem Capsule Konzept hat sich das schlagartig geändert. Pro Destination entscheide ich mich für ein Farb- und/oder Designthema, nach welchem ich dann je nach vorhergesagtem Wetter und geplantem Programm meine Outfits zusammen stelle. Dabei achte ich darauf, dass ich so gut wie alle Teile miteinander kombinieren kann - so bin ich vor Ort flexibel und kann die einzelnen Sachen häufiger anziehen. Denn seien wir mal ehrlich: bis auf Unterwäsche, Socken und vielleicht noch Shirts muss man eigentlich nichts nach einem Mal Tragen waschen. Seitdem ich mich beim Packen an diesem System orientiere, verreise ich fast nur noch mit kleinem Gepäck.
Für die vor mir liegende lange Reise habe ich von Beginn an ausgeschlossen, dass ich meinen Traveller-Rucksack mitnehme. Bei diversen Trips musste ich feststellen, dass ich einfach nicht der Typ dafür bin. Ordnung halten ist in dem Ding einfach unmöglich. Er sieht groß aus, aber richtig viel bekommt man dann doch nicht rein. Und bei den vielen Taschen und Reiseverschlüssen findet man nie, was man gerade sucht.
Als meine große Schwester mir die Idee unterbreitete, nur mit Handgepäck zu verreisen, bin ich erst mal vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Niemals würde ich damit auskommen. Ich habe wirklich in den letzten Monaten gelernt mich zu beschränken und Dinge zu reduzieren, aber 8 Monate nur mit Handgepäck? Unmöglich. Ich hatte zu der Zeit eine 65 Liter fassende Reisetasche aus beschichtetem Textil von Eagle Creek ins Auge gefasst, die man auch auf dem Rücken tragen kann.
Aber wie es so ist, fing die Idee an in mir zu keimen und ich setzte mich mit Packlisten und Erfahrungsberichten anderer Reisender auseinander. Und keine 4 Wochen nach der Koffer-Frage war ich mir sicher: ich werde es versuchen. Nun habe ich mich für eine Reisetasche mit gepolsterten Tragegurten von Decathlon entschieden, die 40 Liter fasst und Handgepäckgröße hat. Auch diese ist aus strapazierfähigem, beschichtetem und damit wasserdichtem Textil. Die Gurte sind gepolstert, sodass ich die Tasche problemlos einige Zeit auf dem Rücken tragen kann. Für mehrstündige Wanderungen ist das sicherlich nichts. Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht mit meinem gesamten Gepäck mehrere Tagen zu Fuß unterwegs sein werde. Die Gurte sind so gut einzustellen, dass sie selbst auf meinen eher zierlichen Rücken passen. Ein großer Pluspunkt der Tasche: ihr Volumen ist auf 60 Liter erweiterbar. Das ist insbesondere dann gut, wenn man seinen Daypack darin verstauen möchte oder unterwegs Nahrungsmittel oder andere Dinge mitnehmen möchte.
Kurz vor dem Antritt der Reise habe ich zwei Urlaube mit dieser Tasche unternommen um herauszufinden, ob sie sich wirklich für so einen Trip eignet. Ich bin hoch zufrieden - auch wenn es wohl immer den ein oder anderen kleinen Verbesserungsvorschlag gibt. Ich rate jedem vor so einer Reise verschiedene Taschentypen zu testen, da Ansprüche und Bedürfnisse beim Reisen sehr individuell sind. So, jetzt bin ich gespannt, ob ich die Handgepäck-Challenge tatsächlich schaffe...