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Countdown

In genau 7 Tagen werde ich das letzte Mal zu Hause in meinem Bett aufwachen, meinen Schwarztee mit Milch am kleinen Küchentisch schlürfen und im Bad erfolglos meine Augenringe mit Concealer überschminken. Es fühlt sich unwirklich an und langsam steigt die Aufregung.

Manchmal bin ich selbst überrascht, wie leicht das am Ende doch alles war. Wie einfach es war, den Flug zu buchen. Die Kündigung einzureichen. Meine Wohnung in vertrauensvolle Händen zu geben. Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass das schwierigste an der ganzen Sache, die Entscheidung, war. Die größte Herausforderung für mich, war ich selbst. Die größte Hürde lag in mir. Sobald ich diese hinter mir gelassen hatte, erschien alles andere einfach.


Wie verbringt man aber die letzten Tage vor der Abreise? Man macht natürlich Urlaub. Ich war ein paar Tage mit Freundinnen und meiner Schwester auf Usedom und konnte noch mal viel Entspannung und Kraft tanken. Die letzten Werktage vor der Abreise habe ich dazu genutzt um die letzten Behördengänge, Telefonate und Besorgungen zu machen. Kleiner Tipp: plant ausreichend Zeit ein. Am Ende war ich doch sehr überrascht darüber, was alles an Organisation anfällt. Angefangen vom Arbeitsamt über den Internationalen Führerschein bis hin zur Krankenversicherung. Als sicherheitsliebender Mensch war meine to-do-Liste vor wenigen Wochen noch gefühlte 2km lang. Und am Ende habe ich natürlich nicht alles geschafft. Aber ich bin ja auch nicht aus der Welt und manche Dinge kann man auch aus der Ferne noch organisieren. Oder eben gar nicht. Denn das habe ich daraus gelernt: Mut zur Lücke. Man kann nicht auf alles vorbereitet sind. Damit muss ich leben (auch wenn mir das schwer fällt).