· 

Abschied auf leisen Pfoten

Ich bin nicht der Typ für das große Goodbye. Generell mag ich große, dramatische Abschiedsszenarien nicht besonders - vielleicht auch aus Angst vor meinen eigenen Emotionen. Meine hier zu Recht viel zitierte und sehr kluge große Schwester schlug mir kurzerhand vor, anstelle einer großen Abschiedsfeier, kleine persönliche Dinnerparties zu veranstalten. So konnte ich zum Einen in kleinen Etappen Abschied nehmen. Zum Anderen konnte ich kleinere Gruppen von 6 bis 10 Leuten, die sich bereits gut kannten, einladen. Und das Beste: ich konnte mit jedem nochmal persönlich und länger sprechen. Denn das kommt bei großen Abschiedsparties meistens zu kurz. So lud ich über die letzten 4 Wochen quasi wöchentlich zum sogenannten "Bolognese Inferno" - natürlich in der vegetarischen Version bestehend aus einem rießigen Topf Soja-Hack mit Tomatensauce, jeder Menge Zudeln und Parmesan. Es war wunderbar und ich würde es jederzeit wieder so machen. Denn im kleinen Kreis ist auch der ein oder andere spontane Tränenausbruch meinerseits durchaus tragbar. Und am Ende zeigt es doch, dass Abschiede eben nicht einfach sind. Aber genau genommen, geht es gar nicht um das Goodbye sagen, sondern um das "Auf(s) Wiedersehen". Und das ist ja auch was ziemlich schönes.