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3, 2, 1 - los geht's

Einmal noch durchatmen. Einmal noch umdrehen. Kinn hoch, Kloß runter schlucken. Und dann bin ich weg.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen alleine zum Flughafen zu fahren. Damit der Abschiedsszene etwas die Dramatik genommen wird. Es sollte sich anfühlen wie eine ganz normale Reise. Aber daran war ja schon die Tage vorher nicht zu denken um ehrlich zu sein. Mein Liebster hat sich letztlich dann doch durchgesetzt und brachte mich zum Flughafen. Eigentlich wollte ich uns beide davor bewahren, dass ich tränenüberströmt, ungeschminkt, mit meinem Rucksack auf und dem Ticket in der Hand vor ihm stehe - es gibt ja schönere Anblicke um in letzter Erinnerung zu bleiben ehe man sich wiedersieht. Aber Ende bin ich froh, dass es so gewesen ist. Denn zum Neuanfang gehört der Abschied (glücklicherweise nur auf Zeit) dazu.

Am Gate werde ich nochmal telefonisch von meinen beiden Schwestern gecoacht. Sie machen mir unabhängig voneinander bewusst, dass ich jederzeit diese Reise abbrechen kann, wenn ich möchte. Dass ich das nicht durchziehen muss, nur weil ich mir das vorgenommen habe. Dass ich jederzeit sagen kann "Schön war's. Danke. Jetzt freue ich mich auf zu Hause." Ach, die beiden kennen mich einfach ziemlich gut. 

Und dann heißt es: Arschbacken zusammen kneifen, Tränen trocknen und einsteigen. Hallo Welt!