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Bienvenidos a Buenos Aires

12.000 km und 15 Stunden später lande ich in Buenos Aires. Wenn der Stress vor der Abreise, die Aufregung und die Heulerei was Gutes hat, dann dass ich im Flieger 9 Stunden durchgeschlafen habe. Es ist morgens 5:30 als wir über die Millionen Metropole fliegen. Die Einreise funktioniert problemlos. Nach den obligatorischen Fragen und dem Fingerabdruck, zeigt mir der nette Herr von der Passkontrolle ein Bild von sich und seinem größten Musikidol. Es ist Campino von den Toten Hosen. Ich erzähle, dass ich ihn vor ein paar Wochen auf einem Festival gesehen habe und viel Spaß hatte (kein Scherz, das war wirklich so). Er grinst, zückt seinen Stempel und meine Füße betreten das erste Mal in meinem Leben argentinischen Boden.

An manchen Tagen gibt es viele erste Male im Leben. So auch dieser. Um ehrlich zu sein, habe ich es mir einfacher vorgestellt, mit Uber vom Flughafen in die Innenstadt zu fahren. Die Nutzung von Uber war eine Empfehlung meines Gastgebers, bei dem ich (das erste Mal in meinem Leben) couchsurfe. Nach zwei gescheiterten Versuchen an dem riesigen Flughafen den richtigen Fahrer zu finden, quatsche ich einen anderen Uber Fahrer an. Eigentlich wollte ich nur, dass er meinen Fahrer anruft um ihm zu sagen, wo ich bin. Ohne Wifi außerhalb des Flughafens und ohne argentinische SIM Karte ist das nämlich so gut wie unmöglich. Nach einem kurzen Hin und Her auf Spanisch, storniert er seine Fahrt mit Sylvia (die offensichtlich auch Probleme hatte den richtigen Fahrer zu finden) und sagt: "Spring rein, ich bringe ich in die Innenstadt". Rational betrachtet ist es schon etwas leichtsinnig ohne Pesos und ohne Handyempfang zu einem wildfremden Mann in einer Stadt wie Buenos Aires ins Auto zu hüpfen. In diesem Moment habe jedoch nicht lange überlegt, sondern auf mein Bauchgefühl gehört. Wenige Sekunden später sitze ich im Auto, das mich ins Viertel Palermo bringt.

Mein Gastgeber Javier ist so nett und legt mir erst einmal die Pesos aus. Danach gehen wir in eine Pastelería um typisch argentinische süße Kleinigkeiten zum Frühstück zu kaufen und trinken zu Hause typisch argentinischen Mate-Tee aus einem Tonbecher mit Metallröhrchen (erneut das erste Mal in meinem Leben). Die Sonne scheint, es sind 20 Grad und ich bin froh, dass am Ende dann doch alles so problemlos geklappt hat. Am Nachmittag begleite ich Javier zu einem beruflichen Termin, danach zeigt er mir bei einem kleinen Spaziergang etwas die Stadt. Es ist schön, hier zu sein.