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Valdivia

Die Stadt, in der man mit deutschen Wurzeln nur so bombardiert wird. Überall gibt es deutsche Straßennamen und die, auch über die chilenischen Grenzen hinweg bekannte Brauerei Kunstmann wurde 1990 hier gegründet. Der Besuch dieser fühlt sich an wie ein Abstecher ins Hofbräuhaus mit einer südamerikanischen Touristengruppe.

Valdivia liegt besonders schön an mehreren Flüssen und in nächster Nähe zum Pazifik. Es gibt einen schönen Markt mit fangfrischen Fisch, Obst, Gemüse, regionale Produkte und Kunsthandwerk. Darüber hinaus hat Valdivia in meinen Augen wirklich nichts zu bieten außer, dass es den Regenrekord in ganz Chile hält - nirgends im ganzen Land gibt es so viel Niederschlag wie hier. Besonderes Highlight waren für mich die Seelöwen, die am Pier in der Sonne schlafen oder beim Fischmarkt auf eine kleine kulinarische Aufmerksamkeit warten. Und die Pelikane, die in den Flüssen auf Fang gehen und auf den Dächern des Wochenmarktes sitzen.

Selbst die Hochzeit, bei welcher ich als Begleitung meines Gastgebers mit durfte, war in meinen Augen etwas enttäuschend. Kitschige Deko, hauchdünne Papierservietten und zum Dessert Obst aus der Dose. Immerhin war die Musik gut - aber wer lateinamerikanischer Musik etwas abgewinnen kann, kommt bei fast jeder Party musikalisch auf seine Kosten.

Erkenntnis: es gibt Orte, die man nicht nochmal besichtigen muss.