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Isla de Chiloe - Castro

Nach 2 Stunden Busfahrt komme ich in Castro, der wichtigsten und größten Stadt auf der Isla de Chiloe, an. Cristian, mein Host, holt mich sogar am Busbahnhof ab. Ich lege meine Sachen ab und dann gehen wir einkaufen. Ich koche für ihn veganes und glutenfreies Thaicurry und wir trinken eine Flasche Rotwein zusammen. Er wohnt am Strand und der Blick aufs Meer und die kleinen Fischerboote, ist einfach schön.
 
Parque Nacional de la Isla Chiloe
Am nächsten Morgen geht es für mich um 9 los mit dem Bus zum ca. 60km entfernten Park, der ebenfalls von der CONAF verwaltet wird. Die Busfahrt dauert ca. 1:20 und kostet 3500 Pesos hin und zurück (entgegen der Information meines Loose Reiseführers, fahren die Busse hier mehrfach am Tag, etwa 1x die Stunde). Der Park ist sehr gut erschlossen und mit vielen Holzwegen ausgestattet. Die Wege sind alle sehr leicht zu begehen. Sie führen durch Dünen zum Strand oder durch dicht bewachsene niedrige Wälder und Buschvegetationen. Es hat etwas malerisches und romantisches hier. In 2 Stunden habe ich alle Wege abgelaufen und Aussichtstürmchen erklommen. Für einen sehr schönen Spaziergang hat sich der Besuch des Parks auf jeden Fall gelohnt. Am schönsten fand ich den Sendero Tepual, der durch dicht bewachsene Vegetation führt und den Sendero Dunas durch die Dünen. Insbesondere für Kinder ist das hier ein tolles Ereignis!
Eigentlich wollte ich noch die Muelle de los Almas besichtigen und dort hinwandern. Aber die Dame der CONAF teilt mir mit, dass es von Park aus ca. 6 Stunden zu Fuß dauern wird. Daher entschließe ich mich dagegen. Da Nebensaison ist, fahren die Busse dorthin sehr unregelmäßig und außerdem sitze ich sowieso schon so viel im Bus, dass ich darauf keine Lust habe. Ich beschließe, zurück nach Castro zu fahren und mir dieses noch etwas genauer anzusehen.
Auf dem Weg zurück nach Castro beginnt es zu regnen und so beschließe ich nur kurz durch Castro zu spazieren und die gelb und babylila angestrichene Holzkirche anzuschauen. Auch innen ist die Kirche komplett aus Holz gearbeitet und versprüht dadurch einen sehr heimeligen Charakter. Am Abend gehe ich mit Cristian ein Bierra artesanal (oder ein "chela" wie es hier auch heißt) trinken in der Barra Cervezeria. Hier gibt es auch empfehlenswerte vegetarische Burger mit Quinoa-Pattie!
Palafitos
Castro ist insbesondere für seine Palafitos bekannt. Das sind kleine Häuschen, die auf Stelzen am Meer gebaut sind. Am nächsten Tag unternehmen Cristian und ich einen Spaziergang zu den unterschiedlichen Orten, an welchen diese Palafitos zu finden sind. Da er Architekt ist, erzählt er mir etwas zu den Bauten. Ursprünglich wurden diese Häuser auf Stelzen gebaut, da die Fischer ihre Boote quasi unter dem Haus parken konnten. Ein weiterer Grund war, dass die Besitzer kein Grundstück erwerben mussten, da das Meer quasi niemandem gehört, auch nicht der Stadt. So sind die Palafitos bis heute mehr oder minder illegale Behausungen. Die Stelzen und das Haus selbst werden aus Holz gefertigt. Heute wird sehr hochwertiges und widerstandsfähiges Holz verwendet, damit es der ständigen Feuchtigkeit und der Tide trotz. Palafitos haben zwei Fassaden - eine zum Meer und eine andere zur Straßenseite. Aber nicht nur die Konstruktion an sich sieht besonders hübsch aus, sondern auch die bunt angestrichenen Fassaden. Heute befinden sich in den meisten Palafitos teure Boutique-Hotels und Restaurants. Die Palafitos zählen auf jeden Fall zu einem der schönsten Fotomotive auf der Isla de Chiloe.
Mein Fazit nach 2 Tagen Castro: sehr entspannt, sehr schön! Selbst bei bewölktem Himmel und leichtem Regen.
Parque Nacional de la Isla Chiloe
Eintritt 4000 Pesos

Bus fährt über Huillinco und Cucao
Barra Cervezeria
Blanco Encalada 96, Castro
Café und Pastelería Magnolia
Eleuterio Ramírez 595
Eine Empfehlung von Cristian. Leider hatte ich keine Zeit mehr, dem Café einen Besuch abzustatten, es sah aber sehr einladend aus!