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Puerto Natales

 

Nach einer erneuten Busfahrt über knappe 4 Stunden lege ich einen sehr kurzen Zwischenstopp in Puerto Montt ein. Beim 40minütigen Spaziergang samt Gepäck vom Busterminal bis zum Hostel la Huerta, bin ich recht froh darüber, dass ich hier nicht so lange bleibe. Ich kann dieser Stadt nicht viel abgewinnen und das Hostel erfüllt seinen Zweck, aber auch nicht mehr. Mein Zimmernachbar aus England bestätigt meinen ersten Eindruck von Puerto Montt. Er meinte, das beste an der Stadt, sei dieses Hostel.

 

Nach einer regenreichen Nacht, geht es für mich am nächsten Morgen früh weiter zum Flughafen. Die Fahrt dorthin dauert ca. 20 Minuten und ich teile mir spontan ein Taxi mit zwei Spaniern, die im gleichen Hostel übernachten und auch an den Flughafen müssen. Auch mit der Airline Sky funktioniert das mit dem Handgepäck einwandfrei. Nach den letzten 24 Stunden muss ich erneut sagen, dass ich sehr froh bin, nur so wenig Gepäck zu haben. Ich kann problemlos bis zu 3km damit laufen und so kürzere Distanzen zu Fuß gehen. Ich spare Geld, weil ich kein Gepäck beim Fliegen aufgeben muss und den günstigeren Tarif wählen kann. Und ich habe immer einen guten Überblick über mein Hab und Gut, gerade weil ich nicht so viel dabei habe. Zwar trauere ich ab und an, all den schönen Sachen in meinem Schrank nach, die in Hamburg bleiben mussten. Aber mein Style muss hier auf der Reise eben auch eine kleine Auszeit nehmen ;)

 

Der Flug nach Punta Arenas dauert ca. 2 Stunden. Die Dichte an Trekkingschuhen ist hier in der Kabine extrem hoch - noch nie bin ich vorher mit so vielen Paar Wanderschuhen im Flieger gesessen. Alle wollen nach Patagonien und in den Nationalpark Torres El Paine. Da bin ich mir ziemlich sicher. Zählt er doch zu einer der Hauptattraktionen in Chile und vermutlich in ganz Südamerika.

Am Flughafen angekommen, steht schon die erste Herausforderung vor der Tür. Für den Bus, der von Punta Arenas über den Flughafen bis nach Puerto Natales fährt, muss man das Ticket online kaufen (über recorrido.cl). Am besten schon vorher. Da ich das nicht wusste und auch in meinem Reiseführer nichts davon steht, habe ich dies natürlich auch nicht gemacht. Da hier so vieles im Busbetrieb analog und mit Schaltern für den Ticketkauf erfolgt, bin ich davon ausgegangen, dass das hier auch kein Problem sein wird. Und wie soll man online ein Ticket kaufen, wenn man kein Wifi hat? Das Internet im Flughafen funktioniert nämlich nicht stabil. Also tue ich das, was ich hier mittlerweile ganz gut gelernt habe: ich quatsche Menschen an und frage um Hilfe. An der Information des Flughafens ist ein älterer Herr, Francisco sein Name wie ich später erfahre, der gerade indem Moment meines Eintreffens die Buchung macht. Er bekommt mein Problem mit und ich nutze den Moment, setze mein schönsten Lächeln auf und frage, ob er die Buchung für mich über sein Tablet machen könnte und ich gebe ihm das Geld in bar. Er zögert nicht lange und 15 Minuten später hat er mein Ticket in digitaler Form auf seinem Tablet. Ich fotografiere dieses ab und hoffe, dass es zum Vorzeigen im Bus reicht. Tut es. Glück gehabt!

Die Busfahrt dauert ca. 3 Stunden und führt durch sehr wenig besiedeltes Gebiet. Die meiste Zeit ist draußen nichts als die Weite der patagonischen Steppe. 

Im etwas verschlafenem Puerto Natales angekommen, heißt es erneut: Gepäck schultern und auf die Suche nach dem Hostel Vinnhaus machen. 20 Minuten später stehe ich im Eingangsbereich des sehr stylischen Hostels, das zugleich Bar, Cafe und Hotel ist. Es ist im Vintage Stil eingerichtet und wirkt sehr entspannt. Die männlichen Angestellten tragen Hosenträger, Vollbart und sind tätowiert - ich fühle mich mit meinen Trekkingschuhen nur kurz Fehl am Platz, da die anderen Gäste genauso aussehen wie ich.
Nach dem Checkin mache ich ein paar Besorgungen im Supermarkt für den bevorstehenden Ausflug in den Nationalpark und buche das Busticket für den Transfer am nächsten Morgen.

Am Abend mache ich einen kurzen Spaziergang durch das kleine Städtchen. Bis auf eine nette Kirche, einen etwas verlassenen Plaza de Armas und eine schöne Promenade am See, hat Puerto Natales nur Hostels, Unterkünfte, Outdooraustatter, Agenturen für Ausflüge, Minimarkets und Restaurants zu bieten. Also nicht besonders spannend. Am Abend gehe ich mit Diana, die ich im Hostel kenne gelernt habe, Pizza essen im Base Camp. Da es für uns beide morgen früh los geht, sind wir die ersten im Bett.

 

Vinnhaus
Vintage Hostel, Hotel & Coffeehouse
Manuel Bulnes 499, Puerto Natales

Für Gäste gibt es 15% Rabatt auf alle Speisen und Getränke. Unbedingt den Pisco Calafate probieren!

 

Base Camp Pizzeria
Manuel Baquedano 731, Puerto Natales
7000 Pesos für eine riesige Pizza, von der 2 Leute satt werden - oder man nimmt sich den Rest mit auf den Ausflug am nächsten Tag