San Pedro de Atacama - Tatio Geysire

Über die Internetseite denomades.de habe ich einen Ausflug zu den Tatio Geysiren gebucht. Los geht es mit dem Veranstalter Layana (Tour 22.000 Pesos, Eintritt 10.000 Pesos). Start ist morgens um 4.30 mit Abholung im Hostel. Meine Zimmergenossin ist auch mit dabei; so fällt das Aufstehen nicht allzu schwer.

Nach 90-minütiger Fahrt im Minibus kommen wir im Morgengrauen auf der 4.300 Meter hohen Ebene an. Draußen haben wir -7 Grad und man sieht bereits die dampfenden Wolken aus dem Boden steigen. "El Tatio", was in der Sprache der Quechua so viel heißt wie "alter Mann, der weint", ist das höchst gelegene und drittgrößte Geysirfeld auf der Welt. Besonders spektakulär ist das Ganze, wenn es morgens kalt ist und der Wasserdampf kondensiert. Hier blubbert die Erde, es dampft aus Löchern und Wasserfontänen schießen in die Luft. Beeindruckend!
Nach einem kurzen Frühstück mit Blick auf die Geysire geht es zu einer naheliegenden Therme mit einem großen rustikalen Becken. Obwohl es nur knapp über 0 Grad hat, schäle ich mich aus meinen Zwiebelschichten und hüpfe in das warme Nass. Leider sind auch die Umkleiden im Freien - aber wann hat man schon mal die Chance in einer Therme auf 4.300 Meter baden zu gehen?
Dann geht es weiter im Bus. Hier im Norden von San Pedro gibt es etwas mehr Vegetation und auch mehr Wasser. Und plötzlich fahren wir an einem kleinen See vorbei, in dem sich viele Flamingos tummeln. Direkt neben der Straße. Unser chilenischer Guide Klaus ermahnt zur Ruhe und dazu, in der Nähe vom Bus zu bleiben um die Tiere nicht zu stören. Er erzählt uns, dass diese Tierart schon seit Ewigkeiten existiert und daher recht primitiv ist. Dennoch sind die Tiere sehr romantisch, denn sie bleiben ihrem Partner ihr Leben lang treu.
Danach fahren wir weiter und kommen nach ca. 30 Minuten in eine Kakteenwüste. Wir wandern etwa 20 Minuten entlang eines Flussbettes und passieren Kakteen, die bis zu 300 Jahre alt sind und mehr als 3 Meter in den Himmel ragen. Stopp machen wir bei einem kleinen Wasserfall um dann wieder den Rückweg anzutreten. Gegen Mittag sind wir zurück in San Pedro. Eine großartige Tour!


San Pedro de Atacama
Am Nachmittag habe ich Zeit ein bißchen durch die Straßen zu schlendern, mich treiben zu lassen und den Charme dieses Ortes zu genießen.
San Pedro liegt auf einer Hochebene auf rund 2.438m Höhe in der Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Es gibt hier Gebiete, in denen es seit Jahrzehnten nicht geregnet hat. Bis auf wenigen Oasen ist diese Wüste vegetationsfrei - und das in einem Gebiet, das vom Breitengrad her eigentlich zu den Tropen gehört. Für die extreme Trockenheit sind der Humboldtstrom und das Küstengebirge verantwortlich. Zusammen kühlen sie den Seewind ab und die Feuchtigkeit des Pazifiks kann nicht in das Landesinnere vordringen.
San Pedro ist nahezu komplett im Adobe-Stil erbaut, d.h. aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Die Straßen sind staubig, alles ist flach und im traditionellen Baustil gehalten. Über dem Dorf thront der 6000m hohe Vulkan Licancabur. Trotz der vielen Touristen, der Unmenge an Agenturen für Exkursionen im Umland, der Vielzahl an Bars, Restaurants und Kunsthandwerkern, hat San Pedro es geschafft, authentisch und übersichtlich zu bleiben. Ich habe es vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen.
So spaziere ich über die belebte Plaza, auf welcher man im Schatten der Bäume entspannen kann. Ich besichtige die Kirche San Pedro, deren Decke mit Kaktusholz verkleidet ist. Ich schlendere durch die überdachte, etwas versteckte Gasse der Feria Artesanal um Kunsthandwerk aus Chile und den umliegenden Ländern zu begutachten. Und ich genieße das rege Treiben auf der Caracoles, der staubigen Hauptstraße von San Pedro. Bei all den schönen Ausflügen in dieser eigenwilligen Natur, ist ein entspannter Nachmittag in San Pedro auf jeden Fall zu empfehlen.