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La Serena

Der Nachtbus fährt 16 Stunden entlang der Panamerica Richtung Süden. So komme ich morgens um 10.30 Uhr in La Serena an. Diesmal konnte ich nicht ganz so gut schlafen, aber auf jeden Fall ausreichend um den Tag in La Serena zu verbringen.
Mein großes Gepäck konnte ich für nur 800 Pesos am Busbahnhof für den ganzen Tag einsperren. So geht es gegen 10.45 los in die City mit meinem Daypack. Nach einem kurzen Frühstück in einem Café, das nicht der Rede wert ist, starte ich meine Erkundungstour. 
Die Innenstadt ist fußläufig vom Busbahnhof innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Der Stadtkern der zweitältesten Stadt Chiles ist mit restaurierten, neoklassizistischen Gebäuden und vielen Kirchen gesäumt. Die Innenstadt ist verkehrsberuhigt, sodass man hier gut schlendern kann. La Serena ist eine geschäftige, belebte Stadt. Größere touristische Attraktionen gibt es eigentlich nicht. Ich lasse mich einfach etwas treiben und genieße das Gewusel in den Straßen.

 

Plaza de Armas
Wie überall in Chile ist der Plaza de Armas Mittelpunkt der Stadt. Dieser Platz in La Serena ist besonders hübsch, an einem Ende thront die Catedral, gegenüber findet sich die Touristeninformation mit sehr netten Personal und Free Wifi auf Nachfrage. Hier habe ich einen Stadtplan von La Serena sowie Informationen zu Busverbindungen und Hostels in Vicuña erhalten. Gleich nebenan ist das Museo Casa González Videla, das einen kurzen Besuch wert ist (Eintritt frei).

 

Botanischer Garten - Kokoro No Niwa
Der größte Parque Japonés in Chile befindet sich am Rande des Stadtzentrums. Der Garten des Herzens, wie er auch genannt wird, ist ein gemeinschaftliches Projekt in den 90ern von Japan und Chile gewesen um den kulturellen Austausch zu fördern. Er lädt zum kurzen Verweilen ein. Besonders hübsch fand ich die Bonsai Ausstellung, die sich einem kleinen Pavillon befindet. Eintritt 2000 Pesos.

 

La Recova
Hübsche Markthalle mit kleinen Ständen mit Süßigkeiten aus der Region, Souvenirs und Kunsthandwerkartikeln. Wie in jeder Markthalle in Chile befinden sich im oberen Stockwerk Restaurants mit günstigen Mittagstisch.

 

Archäologisches Museum
Leider befindet sich das Museum noch immer im Umbau. So ist nur ein kleiner Teil der Ausstellungsstücke zu sehen, darunter aber sehr amüsante Teekannen und Schalen mit Gesichtern. Eintritt frei.

 

Foodcourt "Boulevard"
In unmittelbarer Nähe vom Archäologischen Museum entdecke ich einen kleinen Platz mit mehreren Foodtrucks und einigen netten Sitzgelegenheiten in der Mitte. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei - von frisch gebackenen Waffeln mit italienischem Kaffee über asiatische Handrolls bis zu mexikanischen Tacos. Ich bleibe am venezolanischen Stand stehen, da es hier glutenfreie Speisen gibt. In Santiago hatte ich damals Arepas probiert, daher entscheide ich mich diesmal für Cachapas mit Gemüse und Käse. Köstlich!

 

Leuchtturm - Faro
Das Wahrzeichen von La Serena schlechthin - natürlich lasse ich mir das nicht entgehen. Der Weg von der Innenstadt zum Leuchtturm führt fast 3km an einer viel befahreneren, industriell geprägten Straße entlang. Nicht besonders schön. Und würde das nicht reichen, komme ich dort an und sehe den Leuchtturm vor eh schon wolkenverhangenem Himmel, in einer unschönen Baustelle. Farbe blättert von der Fassade, Holzvorrichtungen versperren den Weg und Steine sind mit Nummern besprayt. Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht und entschließe mich nach einer kurzen Umrundung dieses "Highlights" zum Rückweg.

 

Am Nachmittag sammle ich mein Gepäck am Busterminal auf und begebe mich auf die Suche nach dem Bus nach Coquimbo. Glücklicherweise ist man hier mit Stadtplan in der Hand und Rucksack auf dem Rücken recht auffällig - so dauert es keine 5 Minuten bis ich von einem jungen Typen angesprochen werde, ob ich Hilfe benötige. Er bringt mich zur Bushaltestelle und wünscht mir viel Erfolg auf meiner weiteren Reise. Ich bin immer wieder begeistert von so viel Hilfsbereitschaft und nehme mir vor, dass ich dies zurück in Deutschland auch häufiger tun werde!


In Coquimbo angekommen, warte ich nicht lange und werde von meiner Gastgeberin Daniela abgeholt. Wir verstehen und auf Anhieb sehr gut und verbringen den Abend entspannt bei ihr zu Hause mit gutem Essen und guten Gesprächen.