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Alta Gracía

Wir machen einen Ausflug in die nähere Umgebung von Córdoba. Es geht nach Alta Gracia, eine kleine Stadt südlich von Córdoba. Nach rund 40 Minuten Busfahrt kommen wir am Busterminal in Alta Gracia an. Da der Terminal etwas außerhalb liegt, spazieren wir die 15 Minuten ins Zentrum. Dort angekommen ist unsere erste Anlaufstelle die Touristeninformation, die in einem alten Uhrenturm untergebracht ist. Die Hauptattraktion dieses Ortes ist die Estancia der Jesuiten, die direkt im Zentrum der Stadt an einem künstlichen See liegt. Wir erfahren, dass die Estancia noch genau 15 Minuten geöffnet und dann rund drei Stunden zwecks Siesta geschlossen ist. Also überlegen wir nicht lange, packen in Windeseile den Stadtplan ein und stürmen die Estancia. In 10 Minuten besichtigen wir das Museum im ehemaligen Herrschaftshaus, die Mühle, den Garten und die Kirche. Den verdutzten Blicken der Pförtner zu Folge, könnten wir mit unserer Besichtigungsdauer einen Rekord gebrochen haben. Zugegeben: etwas mehr Zeit wäre schön gewesen, aber drei Stunden in diesem verschlafenen Städtchen verbringen, wollten wir auch nicht. Kleiner Tipp: vorher die Öffnungszeiten checken!
Nach unserer Blitzbesichtigung des Jesuitengebäudes, spazieren wir zum Museum von Che Guevara (Rojas 130, Alta Gracia). Dieser hat zu Beginn seines Kindesalters mit seinen Eltern hier in Alta Gracia gelebt. Das Museum ist im ehemaligen Haus der Familie untergebracht und zeigt in einigen Räumen, wie Che als Kind gelebt hat und aufgewachsen ist. In einem englischen Faltblatt kann man die grundlegenden Ereignisse nachlesen (das sind wir ja von Museen hier nicht gewohnt, daher findet es ank dieser Stelle gebührende Erwähnung). Leider erfährt man zu seiner politischen Bedeutung für die kubanische Revolution und zu seinem weiteren Werdegang nur Eckdaten. Ich kann das Museum (Eintritt etwa 100 Pesos) empfehlen, da es trotz seiner überschaulichen Größe, das Leben Che Guevaras anschaulich und informativ darstellt. 
Da wir erst frühen Nachmittag haben, spazieren wir zur etwa 3km entfernten Gruta de Lourdes, die seit 1916 besteht. Es ist eine Art Open Air Kirche mit einer Statur der Jungfrau Maria aus weißem Marmor, eine Kapelle und ein kleiner Garten. Der Ort hat etwas sehr spirituelles, für das ich leider nicht besonders empfänglich bin. Dennoch nehme ich die besondere Atmosphäre wahr. Ehe wir zurück zum Busterminal spazieren, fülle ich natürlich meine leere Flasche noch mit dem heiligen Wasser - man weiß ja nie für was dies gut sein kann.
Alta Gracia hat an Highlights in meinen Augen nicht wirklich viel zu bieten - außer man interessiert sich sehr für Jesuiten oder ist sehr gläubig. Ich habe den Ausflug dennoch genossen, insbesondere weil wir das Umland von Córdoba etwas kennenlernen konnten.