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Punta del Este

Auf unserem Weg von Punta del Diablo zurück nach Colonia bleiben wir eine Nacht in Punta del Este. Die Stadt, die auch die Hamptons von Buenos Aires genannt wird, zieht insbesondere wohlhabende Argentinier an, die hier zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar die Stadt förmlich zum Platzen bringen. Ehe wir dort ankommen, machen wir einen kurzen Abstecher nach José Ignacio, ein schickes, teures Örtchen nördlich von Punta der Este. Hier kann man kein Appartement unter 50 US Dollar die Nacht mieten - und das in der Nebensaison. Alles hier ist modern, chic und sehr teuer. Anscheinend sollen hier wirklich tolle Villen der Schönen und Reichen stehen, aber uns reizt dieses Örtchen ehrlich gesagt gar nicht. Die Häuser sind groß und modern, aber um ehrlich zu sein, reißen sie uns nicht wirklich vom Hocker. Nach einem kurzen Stopp beim Leuchtturm am Strand, geht es weiter nach Punta del Este. 

Schon bei der abendlichen Einfahrt in diese Stadt fällt der immense Unterschied zu den bisherigen größeren Städten in Argentinien und Uruguay ins Auge - Hochhäuser mit Meerblick, die an der blitzsauberen Avenida stehen und in deren Fenstern sich der Sonnenuntergang spiegelt. Größer könnte der Kontrast zu den beschaulichen Fischerdörfchen, die wir uns in den letzten Tagen angesehen haben, fast nicht sein. Wir haben mit etwas Glück ein günstiges Hotelzimmer im Zentrum gebucht und verbringen den Abend nur noch damit in der Restobar "Capi" und in der Creperie nebenan zu essen.
Am nächsten Tag starten wir mit einem Spaziergang um die Spitze der schmalen Halbinsel, auf der Punta del Este liegt. Mich erinnert hier alles an Miami - Surfer im Meer, Inlineskater auf der Straße, dazwischen Palmen, eine breite asphaltierte Uferpromenade und endloser Sandstrand. Irgendwie wirkt alles auf mich sehr künstlich, etwas zu überdimensioniert, etwas zu einstudiert. Es ist ein ganz anderes Gesicht von Uruguay, das wir hier zu sehen bekommen. Ein Highlight für uns ist der Hafen mit den sich dort tummelnden Seelöwen. Geduldig warten Sie im Wasser auf dien Abfälle der Fischer. Der ein oder andere Fischer macht daraus ein kleines Geschäft, in dem er die Seelöwen auf den Pier lockt um Touristen Fisch zu verkaufen, die die Tiere damit füttern. Clever. Aber auch gefährlich. Wenn man sich die Ausmaße eines solchen Tieres ansieht und die scharfen Zähne begutachtet, wird einem schon etwas anders.
Am Mittag fahren wir zum Aussichtspunkt Mirador Ballena, von dem man einen schönen Blick über die Bucht und auf die Hochhäuser von Punta der Este hat. In unmittelbarer Nähe ist das Casapueblo Museum, das wir aus Zeit- und Kostengründen jedoch nicht besuchen. Das Gebäude erinnert an eine architektonische Mischung aus Santorini und Hundertwasser. Die Lage am Hang ist der Wahnsinn und der Besuch des Museums des uruguayanischen Künstlers Carlos Páez Vilaró sowie des angrenzenden Restaurants und Hotels sicherlich auch (Eintritt um die 300 Pesos, auch für das Restaurant, wird allerdings mit der Bestellung verrechnet). Wir fahren jedoch weiter Richtung Montevideo entlang der Straße am Meer. Hier ist es deutlich ruhiger und entspannter. An einer Bucht in Maldonado halten wir nochmal an, um Baden zu gehen. Da kein Mensch weit und breit ist und Autos auch nur sehr selten vorbei fahren, entledigen wir uns kurzerhand jeglicher Textilien und springen ins kühle Nass. Die Wellen sind ziemlich mächtig und reißen einem förmlich die Beine weg. Da dies kein offizieller Badestrand ist, ist das Baden hier ziemlich gefährlich, also erfrischen wir uns nur kurz. Herrlich! Dann geht es wieder ab in die Klamotten und zurück ins Auto. In einem Café an einer wunderschönen Bucht machen wir eine Pause. Die Terrasse der Tartaruga Sea Bar lädt einfach zum Relaxen und Genießen ein - die Preise sind zwar ziemlich hoch, aber manchmal muss man sich eben etwas gönnen. Auf unserer weiteren Fahrt entlang an der Küste passieren wir einen weiteren tollen Badestrand. Der Playa San Francisco befindet sich an der Rambla Costanera in der Nähe von Punta Colorada. Das Wasser kommt ganz flach in die Bucht, es gibt kleine Buden für Snacks und Getränke, Toiletten und SUPs zum Leihen. Beim Baden im Meer (diesmal mit Textil) fällt uns auf, dass das Wasser im Meer nicht so salzig ist, wie wir es eigentlich aus dem Atlantik kennen. Das macht es für uns sehr angenehm, da man sich danach nicht abduschen muss. Wie an vielen anderen Stränden in Uruguay auch, ist der Sand hier nicht besonders fein, sondern eher etwas grob - ich finde das toll, da man diesen leichter von Füßen, Textilien und anderen Dingen abschütteln kann.


Mir hat Punta del Este gut gefallen, insbesondere weil es ein komplett anderes Gesicht von Uruguay zeigt. Vor allem der Roadtrip entlang der Küstenstraße ab Punta del Este war wirklich wunderbar. Es macht Spaß, die Freiheit zu haben, dort anzuhalten, wo man möchte und nicht auf öffentliche Busse angewiesen zu sein. Das ist für mich wahrer Luxus!


Capi Bar
Gutes Essen und Cerveza aus kleinen Mikrobrauereien "Cerveza artesanal". Für Punta del Este sehr bezahlbare Preise!
Calle 27 entre Gorlero y Calle Rut, Punta del Este


Crepas
Das Chococrepe beinhaltet nicht nur Schokolade, sondern auch - wie könnte es anders sein, Dulce de Leche und sogar Kekse!
Calle 27 entre Gorlero y Calle Rut, Punta del Este


Tartaruga Sea Bar
Rambla de Punta Colorada
Maldonado