· 

Montevideo

Da wir die Gemütlichkeit der Fischerdörfchen und die Nähe zur Natur hier so schätzen, möchten wir nur einen kurzen Abstecher in die Hauptstadt Uruguays machen. Als wir abends in die Stadt fahren, merken wir erst, wie groß Montevideo eigentlich ist. Mit 1.3 Millionen Einwohnern ist die Stadt das zu Hause von fast einem Drittel der gesamten Bevölkerung Uruguays. Es ist ein Mix aus Gründerzeitgebäuden, moderner Architektur und einigen Schandflecken der Zeit zwischen der Vergangenheit und Heute. Vieles in Montevideo hat einen etwas herunter gekommenen Charme, den ich persönlich aber ganz sympathisch finde. In dieser Stadt wird gelebt und gearbeitet. 

Wir kommen im Hostel Montevideo Chic unter, das in der Altstadt von Montevideo liegt. Es ist in einer alten Stadtvilla mit einem riesigen Treppenhaus und kleinen Zimmern mit hohen Decken. Ein schönes und bezahlbares Restaurant in der Nähe zu finden, stellt sich leider als etwas schwierig heraus. Die Altstadt wirkt merkwürdigerweise wie ausgestorben - dabei ist es noch nicht einmal so spät. Die Atmosphäre hat etwas gruseliges, da wir in dieser Metropole zum Teil ganz alleine in den dunklen Gassen unterwegs sind. Am Ende landen wir einer recht typischen Parrilla mit fettigen Kartoffeln, viel Knoblauch, einem Haufen Käse auf der Pizza und frittierten Riesenkroketten. 
Den nächsten Morgen starten wir mit einem gesunden Frühstück und leihen uns in einem nah gelegenen Shop Fahrräder. Damit fahren wir zwei Stunden an der Rambla entlang, quer durch die Stadt bis nach Pocitos. Wir genießen den Blick auf das Meer, wenngleich es hier, wie an den meisten Stellen am Rio de Plata, mehr braun als blau ist. Die Uruguayos scheinen einen Nationalsport zu haben: spazieren gehen in Sportklamotten. Es sieht so aus, als würden sie Sport machen. Tun sie aber nicht. Sie gehen oder schlendern und quatschen, denn dieser sportlichen Aktivität geht man natürlich nicht alleine nach. Die andere liebste Beschäftigung der Bewohner Montevideos ist das Sonnen. Die wichtigsten Accessoires für den viel frequentierten Stadtstrand sind hierbei Klappstuhl und natürlich die Thermoskanne und das Equipment für den Mate-Tee. Die Fahrradwege sind in Montevideo nicht wirklich gut ausgebaut, aber es macht Spaß durch die City zu fahren, um in der kurzen Zeit einen Eindruck davon zu bekommen. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Colonia, um dort das Auto abzugeben und die Fähre zurück nach Buenos Aires zu nehmen. Es war ein kurzer Besuch, Montevideo, aber vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder!