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Bariloche - Cerro Catedral & Refugio Frey

Bis ich an Weihnachten meine Mutter in Buenos Aires treffe, habe ich noch etwa zwei Wochen Zeit. Eigentlich wollte ich länger in Uruguay reisen, aber die Woche Roadtrip war für mich ausreichend. Also beschließe ich in die Region zu fahren, in der ich mich bisher am wohlsten gefühlt habe. In den Norden Patagoniens - diesmal allerdings auf die argentinische Seite. Es geht nach Bariloche.
Bariloche liegt mitten im Nationalpark Nahuel Huapi, der mit seinen 710.000 Hektar zu einem der größten Naturschutzgebiete in Argentinien zählt. Als einer der ersten Naturparks wurde er 1922 durch Perito Moreno, ein argentinischer Geograph und Entdecker, gegründet. Benannt ist der Park nach dem Nahuel-Huapi-See, der den Park umgibt. Der Name stammt aus der Sprache der Mapuche und bedeutet so viel wie Insel des Jaguars. Die etwa 140.000 Einwohner zählende Stadt ist besonders für ihre Lage mitten im Nationalpark bekannt wie auch für zahlreiche Schokoladenhersteller und kleine Brauereien.
Nach 24 Stunden im Bus komme ich gegen Nachmittag in Bariloche an. Obwohl ich im Bus gut schlafen konnte, bin ich von der langen Reise doch etwas geschlaucht. 24 Stunden Sitzen ist einfach anstrengend, insbesondere für die Beine. Wir haben nur einmal eine 15minütige Pause gemacht, um uns draußen die Beine zu vertreten. Verrückt. 
Über Couchsurfing schreibt mich Javier an. Er lädt mich ein, mit einer kleinen Gruppe von anderen Reisenden und ihm den Cerro Catedral zu bewandern. Am späten Vormittag des nächsten Tages treffen wir uns an der Skistation des Cerro Catedral. Es ist sonnig, aber nicht zu warm - ideales Wetter zum Wandern. Zu Beginn ist der Wanderweg sehr entspannt und führt in einem gut markierten Weg durch den Wald, über Flussbetten und Holzbrücken. Der letzte Teil der Strecke hat es dann in sich. Es wird steil und steinig. Nach insgesamt 3 Stunden und 10 Kilometern kommen wir oben am Refugio Frey an. Die pittoreske Berghütte liegt direkt an einem Bergsee, umgeben von spitzen Bergen. Der Blick auf das Bergpanorama erinnert an die spitzen Türme einer Kathedrale, daher der Name. Im Refugio bekommt man kaltes Bier und gute Pizza. Man kann auch die Nacht dort verbringen (vorherige Anmeldung erforderlich) und von dort weitere Wanderungen unternehmen oder am Hausberg klettern. Wir sitzen am Bergsee, genießen die Sonne und machen Mittagspause. Nach einer Stunde machen wir uns an den Abstieg und erreichen nach rund 2.5 Stunden den Parkplatz. 
Für mich war diese Wanderung eine der schönsten, die ich bisher auf dieser Reise gemacht habe: abwechslungsreiche Natur, tolles Panorama und eine schöne Hütte am Ziel. Das Level ist mittelschwer und die Zeit mit insgesamt 6 bis 7 Stunden ideal für einen Tagesausflug!