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Bariloche - Circuito Chico

Mein Gastgeber Javier und ich verstehen uns sehr gut. So, als wären wir schon lange befreundet. Wir sprechen eine Mischung aus Englisch und Spanisch, lachen viel zusammen und er begleitet mich in den folgenden Tagen bei meinen Ausflügen.
Er schlägt vor, den Circuito Chico zu machen, einen Rundweg im Nationalpark Nahuel Huapi. Der Rundweg beinhaltet mehrere verschiedene Aussichtspunkte und kurze Spaziergänge. Der komplette Circuito Chico verläuft auf der Ruta 77 und umfasst circa 60km. Wir nehmen das Auto, um an den verschiedenen Stellen mehr Zeit für einen Spaziergang oder eine kleine Wanderung zu haben. Man kann die Strecke auch mit dem Fahrrad bezwingen, aber die Straße ist etwas hügelig und leider hat man dann für die Besichtigung der Gegend weniger Zeit. Darüberhinaus gibt es keinen Bus, der diese Strecke komplett bedient. Wenn man doch mit Bus und Beinen unterwegs ist, muss man im Zweifel trampen.


Laguna El Trébol
In unmittelbarer Nähe zur Ruta 77 befindet sich ein kleiner Weg zur Laguna El Trébol. Die Laguna heißt so, weil ihre Form an ein Kleeblatt, "Trébol", erinnert. Hier stehen die Ruinen eines Hotels, das vor etlichen Jahren einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Es gibt einen kleinen maroden Steg, der im Sommer zum Baden einlädt.


Sendero Brazo Tristeza
Unser erster Spaziergang beginnt bei einem Hotel an der Bahía Lopez, circa 25km von Bariloche entfernt. Von dort startet der etwa 30 minütige Weg zu einem Aussichtspunkt (circa 1.7km). 


Lago Escondido
Nur eine kurze Strecke führt von der Straße zum "versteckten See" an der Bahía de los Troncos. Die Bucht heißt so, weil es vor vielen Jahren ein Feuer am gegenüber liegenden Cerro Capilla gegeben hat. Viele verbrannte Bäume sind von dort in den See gestürzt und an die Bucht geschwemmt worden. Es gibt ein kleine hölzerne Plattform auf der man entspannt auf den See schauen kann.


Villa Tacul
Der Spazierweg zur Villa Tacul führt durch den Wald und dauert nur etwa 20 Minuten. Am Ende des Weges findet sich die Betonruine eines ehemaligen Bunkers aus dem Jahre 1946. Es ist unklar, wozu dieser Bunker gedient hat oder wer ihn wann erbaut hat. Es gibt Vermutungen, dass Evita Perón hier Hotel erbauen lassen wollte und das Militär die Baustelle zerstört hat. Andere sagen, dass die Nazis hier ihre Finger im Spiel hatten. Es hat jedenfalls etwas sehr bizzares, dass mitten in dieser schönen Natur so ein Betonhaufen liegt. Von der Villa aus kann man auf den Cerro Capilla, den Cerro Millaqueo und auf einen Teil des Brazo Tristeza schauen.


Cerro Llao Llao
Der "Cerrito", übersetzt "kleiner Berg", ist nur 1080 Meter hoch. Die leichte Wanderung von circa 3km ist in etwa einer Stunde geschafft. Am Ende wird man mit einem grandiosen Blick über die Seen- und Berglandschaft belohnt.
Unten an der Abzweigung des Weges gibt es ein Schild zur Villa Tacul. Man kann von dort also auch laufen.
Zum Abschluss fahren wir noch am Hotel Llao Llao vorbei, das heute zu den exklusivsten Hotels in Bariloche zählt. Es liegt auf einem kleinen Hügel zwischen der Landzunge Llao Llao und den Seen Moreno und Nahuel Huapi. Es wurde im Jahr 1939 in Betrieb genommen und erinnert mit seiner Architektur an die Alpenregion. In unmittelbarer Nähe steht die Kapelle San Eduardo, von welcher man einen tollen Blick auf den Hotelkomplex hat.


Für einen leichten Einstieg in das Wanderparadies des Nahuel Huapi eignet sich der Circuito Chico hervorragend!