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Esquel - Laguna Willimanco & eine Auszeit für den König

Ich schlafe lange und genieße es, heute keinen Zeitdruck zu haben. Es mag vielleicht etwas doof klingen, aber wenn man reist, hat man kein Wochenende zum entspannen. Daher ist es wichtig, sich ab und an eine kleine Auszeit zu gönnen - die Zeit braucht man einfach um Dinge zu verarbeiten und seinem Hirn mal eine Aufnahmepause zu gönnen.
Nach einem entspannten Frühstück spaziere ich zur nah gelegenen Laguna Willimanco - auch ein Tipp von meinem Gastgeber. Es geht etwa 2km einen leichten Hügel hoch, dann muss man über einen Zaun klettern und einen weiteren Kilometer entlang an einem Fluss zu einer einsamen Lagune spazieren. Es ist sehr windig und am Himmel sind leichte Regenwolken. Die Lagune hat wahnsinnig klares Wasser, rundum sind nur Weiden, Berge und ein paar Kühe. Im Sommer findet hier jährlich ein Kite-Event statt - kein Wunder bei dem Wind und dem Wasser. Jetzt ist hier allerdings keine Menschenseele. Ich genieße die Abgeschiedenheit und Einsamkeit, versuche etwas in mich rein zu hören. Ich sitze etwa eine Stunde alleine an dieser Lagune, mit den Füßen im Wasser und lausche der Natur. Häufig vergesse ich mir diese Art von Auszeit zu nehmen. Oder viel eher: ich gönne sie mir einfach nicht. Wenn ein Ereignis das nächste jagt und man ständig am Planen ist, dann ist man davon irgendwann wirklich müde. Ob Reisender, Arbeitstier oder König - jeder muss mal kurz innehalten und reflektieren, auftanken und durchatmen.
Ich spaziere entspannt zurück und schreibe ein bißchen Reisetagebuch, da ich in der Berichterstattung aufgrund meiner Faulenzerei in Uruguay immer noch hinterherhinke. Den Rest des Tages verbringe ich mit Martin. Wir gehen mit seinem Hund auf den alten Bahngleisen spazieren und essen zu Abend. Am späten Abend geht es mit dem Nachtbus einmal quer durchs Land auf die andere Seite ans Meer: Puerto Madryn!