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Iguaçu

Sie gehören zu den sieben neuzeitlichen Naturwundern unserer Erde. Mit 275 Kaskaden auf einem 3km langen Gebiet stürzen die Wassermassen des Iguaçu in die Tiefe. Iguaçu bedeutet in der Sprache der Guaraní "großes Wasser" und mit dieser Namensgebung haben die Ureinwohner definitiv nicht übertrieben.


Der Flug von Buenos Aires nach Iguazú hat zwei Stunden Verspätung. Bis wir dann letztlich abheben, wird es sogar noch eine Stunde mehr. Grund dafür ist ein Unwetter, das es am Tag zuvor in Buenos Aires gab und weswegen viele Flüge abgesagt und auf heute umgebucht wurden. Das Schöne an so einer geführten Reise ist, dass alles organisiert ist. So brauche ich mir keine Sorgen über Transfer, Anschlüsse oder Hotelübernachtungen machen und kann mich entspannt zurück lehnen. Insbesondere nach einer so langen Zeit der Reiseplanung in Eigenregie, weiß ich das nun sehr zu schätzen - selbst wenn mir das Planen an sich große Freude bereitet. In Iguazú werden wir von einem argentinischen Minibus abgeholt, der uns vom Flughafen in die Innenstadt bringt. Dort steigen wir in einen anderen, nämlich brasilianischen Minibus um, der uns über die Grenze zum Park bringen soll. Nach einigen Stopps an diversen Grenzen und Kontrollen, fahren wir über die Brücke, die Brasilien von Argentinien trennt und von der aus man sogar einen Zipfel von Paraguay sehen kann. Auch wenn alles problemlos klappt und selbst das Schlange stehen vom Fahrer für uns erledigt wird, erscheint mit das Thema Transfer und Papierkram hier ziemlich kompliziert. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre das sicherlich eine Herausforderung und hätte viel mehr Zeit gekostet. Ich freue mich jedenfalls endlich in einem neuen Land zu sein. Olá Brasil!


Parque Nacional do Iguaçu (Brasilien)
Trotz der Verspätung schaffen wir es noch am späten Nachmittag die brasilianische Seite der Wasserfälle zu besichtigen. Selbst im Park haben wir den eigenen Minibus, was vieles einfacher macht, da wir nicht auf die Busshuttle angewiesen sind und wir uns daher etwas mehr Zeit lassen können. Es gibt einen "Wasserfall-Wanderweg", der 1200m am Ufer des Iguaçu entlang führt. Schon der erste Blick auf die Wassermassen zu Beginn des Weges ist beeindruckend! Auf dem Spazierweg gibt es immer wieder schöne Aussichtsplätze, die eine etwas andere Sicht auf die Wasserfälle zeigt. Der Weg endet am Garganta der Diabo. Dort kann man auf der Plattform quasi über das Wasser bis zur Mitte des Flusses gehen. Die Wucht der Wassermassen ist so immens, dass man richtig nass wird. Bei fast 36 Grad ist das aber ehrlicherweise eher eine wohltuende Erfrischung. Obwohl es schon spät ist und der Park demnächst schließt, ist noch immer viel los. Jedoch ist es sicherlich etwas ruhiger als mittags. Besonders schön ist das weiche Abendlicht, das eine fast mystische Atmosphäre zaubert. Zum Schluss geht es mit dem Aufzug hinauf, von wo man noch mal einen abschließenden Blick über die Kaskaden werfen kann. Umwerfend!


Parque Nacional Iguazú (Argentinien)
Am nächsten Tag geht es früh los, denn wir fahren auf die andere Seite nach Argentinien. Der Großteil des Iguaçu Nationalparks liegt zwar in Brasilien, jedoch darf Argentinien rund 75% der Wasserfälle sein Eigen nennen. Die argentinische Seite ist daher deutlich größer. Es gibt drei Wege von insgesamt 6km. Wir stehen bereits um 8.00 Uhr in der Schlange zu den Tickets. Um 8.30 gehören wir zu den ersten Besuchern des heutigen Tages und nehmen die kleine Eisenbahn zum Garganta del Diabo. Man kommt sich hier ein wenig wie in Disneyland vor. Diesmal führt der Weg auf Metallplatten über das Wasser bis hin zum beeindruckenden Rauschen. Auch hier wird man nass! Danach geht es wieder zurück zur Bahnstation, um zur Mittelstation zu fahren. Irre wie viele Menschen hier auf die Bahn warten. Es ist noch nicht mal 10.00 Uhr und die Wartezeit in der Hitze beträgt mindestens eine Stunde um nach oben zu fahren. Der mittlere und der untere Weg verlaufen jeweils zum großen Teil im Schatten.  Gegen Nachmittag fängt es plötzlich an zu gewittern und es regnet monsunartig. Glücklicherweise sind wir schon fertig mit der Besichtigung und treten die Rückfahrt auf die brasilianische Seite an. Kurz vor der Grenze gibt es dann ein kleines Problem: die Grenze ist zu. Keiner kann rüberfahren. Es wird gestreikt. Keiner weiß wie lange, wie viele und wieso überhaupt. Irgendetwas wegen der Wasserversorgung in einem Stadtteil erfahren wir. Also bleibt uns nichts anderes übrig als zu warten. Das ist Argentinien! Ich bin jetzt insgesamt fünfmal auf meiner Reise in dieses Land ein- und ausgereist und sehe es als Zeichen, dass Argentinien mich noch nicht gehen lassen will. Nach etwas mehr als einer Stunde ist dann der Streik behoben und wir dürfen rüber nach Brasilien. Was für ein Tag!


Die Iguaçu Wasserfälle sind tatsächlich sehr beeindruckend, wenn auch man sich durch die Touristenmassen nicht abschrecken lassen darf. Ich persönlich finde die brasilianische Seite schöner, da man die komplette Sicht auf die Wasserfälle genießen kann! Am besten sehr früh oder eher später am Nachmittag besuchen.