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Paraty - Trindade & Tobogã

Paraty erstreckt sich zwischen vorspringenden Halbinseln und weißen Stränden vor waldbedeckten, steilen Bergen. Ob Bootsfahrt, Strandhopping, Wandern oder Jeeptour - hier kommt jeder auf seine Kosten!


Traumstrand von Trindade
Man kann diesen wunderschönen Strand im Rahmen einer organisierten Tour mit individuellem Transport besuchen. Oder man macht es wie die Einheimischen und Backpacker und nimmt den öffentlichen Colitur-Bus. Dieser fährt stündlich ab dem Busbahnhof und erreicht das Örtchen Trindade in etwa 45 Minuten. Kosten: etwa 5 Real. Die Busfahrt ist zugegebenermaßen etwas abenteuerlich, aber das gehört ja zu so einer Reise dazu. In Trindade angekommen, folgt man einem sandigen Pfad für circa 10 Minuten, dann erreicht man schon den ersten Strand. Wenn man den Weg durch das Dickicht weiter läuft, kommt man an einen noch schöneren Strand mit mehr Wellen und weniger Sonnenschirmen, Plastikstühlen und Kühltruhen. Leider habe ich es zeitlich nicht mehr geschafft noch weiter zu gehen, da ich den Strand nachmittags besucht habe und nicht den allerletzten Bus zurück nach Paraty nehmen wollte. Aber wenn man noch weiter läuft, findet man am Ende der Bucht einen natürlichen Pool, der durch große Steine vom Meer abgetrennt wird und türkisblaues Wasser hab soll. Aber selbst ohne diesen Teil gesehen zu haben, war dieser Strand ganz wunderbar. Der Bus zurück nach Paraty hat mich gerade noch so mitgekommen, da abends viele Leute vom Strand zurück nach Paraty möchten und ich in der Schlange fast die letzte war. Aber Platz ist hier relativ: es wurde gequetscht und gedrückt und man steht sandig und verschwitzt eng an eng. Der Bus musste ganz schön ächzen, als er den Berg hoch gekrochen ist. Der Metallboden war so heiß, dass ich die Wärme durch die Sohle meiner Havaianas gespürt habe. Aber ich bin heil und munter angekommen. Was für ein Erlebnis! 


Outdoortour
Mit meiner Mutter zusammen buche ich eine Tour über den Anbieter Paraty Tours (Anbieter gibt es in Paraty ausfeichend!). Am Morgen geht es los mit einem Allradjeep - eine Art Pickup, nur dass die Ladefläche mit Stühlen versehen ist. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Parque Nacional da Serra da Bocaina. Durch diesen Nationalpark führt die Goldroute (Trilha do Ouro), auf der früher Sklaven das Gold aus Ouro Preto nach Paraty transportiert haben, welches dann von dort verschifft wurde.
Unser erster Halt sind die Wasserfälle Cachoeira Pedra Branca. Vom überschaubaren Parkplatz läuft man über einen schmalen Wanderweg etwa 10 Minuten bis zu den Wasserfällen. Die Kraft des Wassers wird mir erst so wirklich bewusst, als ich für ein paar Sekunden direkt unter dem Wasserfall stehe - dann ist mein Bikini auch schon fast weg. Mit Mühe kann ich gerade noch Ober- und Unterteil festhalten, versuche die Balance zu halten und werde netterweise von einem jungen Herrn stabilisiert. Sonst wäre ich wohl nackt den Fluss runter getrieben. Für den kleinen Nervenkitzel zwischendurch springe ich von einem Stein ins Becken - auch hier rutscht mir beim Eintauchen ins Wasser Oberteile und Höschen bis in die Kniekehlen - schön, dass das Wasser so kristallklar ist. Das nächste Mal nehme ich einen Badeanzug mit. Damit ist man, wie es aussieht, etwas besser bedient, wenn man sich auf Abenteuer einlässt.
Danach machen wir einen kurzen Ausflug zur Cachaça Destillerie Pedra Branca. Produktion ist von Mai bis Dezember, daher sieht man nicht mehr als ein paar leere große Kupferkessel und einen Berg Zuckerrohrschalen. Wir probieren uns durch verschiedene Jahrgänge und Geschmacksrichtungen des Schnaps. Es ist ganz nett, aber so richtig begeistert sind wir nicht. 
Nach einer weiteren kurzen Fahrt kommen wir zur Cachoeria do Tobogã (da Penha): eine natürliche Wasserrutsche. Die glatte Felsoberfläche ist eine perfekte natürliche Rutsche, die in ein vom Dschungel umgebenes Wasserbecken führt. Ich traue mich zweimal zu rutschen und erreiche beim ersten Mal schreiend, beim zweiten Mal vor Freude quietschend das Becken. Fehlt nur noch, dass sich Tarzan über mich hinweg schwingt. Ich bin ja eigentlich gar kein Wassertyp, aber das scheint sich gerade zu ändern. Welch ein Spaß!
Nach einem kurzen Stopp in einem Restaurant, führt uns der Guide zum Abschluss noch zum Forte Defensor Perpétuo. Nach einem kurzen Aufstieg zur ehemaligen portugiesischen Festung wird man mit einem Blick über die Bucht belohnt. Sonst gibt es ehrlich gesagt nicht viel zu sehen, da selbst das Museum auf unbestimmte Zeit gesperrt ist.

Im Großen und Ganzen war dies ein gelungener Ausflug. Für die knapp 100 Pesos pro Person hätte ich noch ein wenig mehr Information zu Nationalpark und Geschichte der Region erwartet. Aber bei der Hitze von fast 40 Grad fällt Konzentration sowieso etwas schwer. An sich kann man sicherlich die beiden Highlights der Tour - Wasserfall und Rutsche - auch in Eigenregie machen. Mit Anbieter ist es eben deutlich bequemer.


Schade, dass wir morgen schon wieder abreisen. Es gibt hier so viel zu sehen und zu entdecken! Aber leider ist man nicht so flexibel, wenn man sich einer Reisegruppe anschließt. Daher geht es weiter auf die Ilha Grande!