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Rio de Janeiro - Santa Teresa & Lapa

Santa Teresa gilt als das Künstlerviertel von Rio de Janeiro. Es liegt an einem Hügel, da die wohlhabenden Leute früher die frische Brise und Nähe zu Trinkwasser des Carioca Flusses und zu kühlenden und Schatten spendenden Grünanlage suchten. Doch 1966 gab es eine schwere Regenzeit - viele Straßen wurden zerstört und Häuser unterspült. Santa Teresa war nicht mehr wie zuvor und die Reichen zogen weg. Die dadurch günstigen Mieten zogen Künstler und Musiker an. Ateliers entstanden und das Viertel bekam einen "bohemian touch". In den 90ern erlebte das Viertel dann einen Boom, da der Kampf mit Erkrankungen in Rio viele Einwohner dazu bewogen, die Moskito geschwängerten Lagunen im Tal zu verlassen und auf die Hügel zu ziehen. Noch heute findet man in Santa Teresa traditionelle Architektur aus den Anfängen der Besiedlung, die jedoch größtenteils in einem etwas heruntergekommenen, aber sehr sympathischem Zustand ist. Als weitere Besonderheit befördert hier noch die letzte alte Tram, die Einwohner und Touristen die Berge hoch und runter. Insbesondere in den letzten 10 Jahren entwickelte sich der Stadtteil zum Zentrum von Street Art in Rio de Janeiro.
Lapa ist ein Gebiet des Stadtzentrums und gilt als das Ausgehviertel, da hier viele Clubs und Bars Livemusik und Samba zu finden sind. Darüber hinaus ist es bekannt für seine Architektur, insbesondere das alte Aquädukt aus der Kolonialzeit.


Bar do Mineiro
Alteingesessene, typische Bar mit sehr guten Caipirinhas und brasilianischem Essen. Die sehr großzügigen Portionen reichen locker für zwei hungrige Mägen. Wir hatten die vegane Variante eines brasilianischen Klassikers mit Naturreis und Bohnen, Kürbismus, Sojahack mit Tomaten und Kale (ein Salat mit Ähnlichkeit zu Rucola). Abends sehr gut besucht!
Rua Paschoal Carlos Magno 99, Santa Teresa


La Vereda
Zwar wird der Laden von Argentiniern geführt, aber er führt ausschließlich Produkte und Kunsthandwerk von brasilianischen Designern. Von Postkaren und Magneten, über Taschen, Schmuck und Bekleidung bis hin zu Tellern, Lampen und Dekorationsobjekten ist dies der ideale Ort, um authentische Mitbringsel made in Brasil zu erwerben.
R. Alm. Alexandrino 428, Santa Teresa


Cultivar
In diesem eher unscheinbaren, kleinen Laden gibt es hervorragendes Käsebrot, das hier vielerorts gegessen wird. Der Käse stammt aus Minas Gerais und statt Weizenmehl wird eine glutenfreie Alternative verwendet. Lauwarm serviert sind die Minibrötchen ein Genuss! Der kleine Familienbetrieb verkauft auch kleine ökologische Leckereien - besonders empfehlenswert ist das selbstgemachte Granola für nur 7 Real das Paket.
Rua Paschoal Carlos Magno 124, Santa Teresa


Stufen von Selaron
Sie zähen zur weltweit größten Open Air Skulptur, die ein einzelner Künstler bisher entworfen hat: die mit Fliesen beklebten Stufen im Stadtteil Lapa. Mehr als 2.000 Fliesen aus über 60 Ländern hat der chilenische Künstler Selaron gesammelt und nach und nach auf Wände, Stufen und Böden dieser öffentlichen Treppe seiner Wahlheimat geklebt. Was streng genommen zu Vandalismus zählt, ist heute einer der Touristenmagnete in Rio de Janeiro. Die Farben der Fliesen für die freien Flächen sind von den Farben der brasilianischen (grün, blau, gelb) und chilenischen Landesflaggen (rot) inspiriert. Es ist ein schöner Ort und ein interessante Kunstwerk - allerdings von Menschen leider geradezu überlaufen. Es ist eng, laut und wuselig. Am besten ganz früh am Morgen her kommen!
R. Joaquim Silva, Lapa


Carioca de Gema
Samba Bar mit starken Caipirinhas und Livemusik. Entspannte Atmosphäre und viele Einheimische, denen man beim Sambatanzen auf der kleinen Tanzfläche zuschauen kann. Eintritt meist um die 20 Real.
Av. Mem de Sá 79, Lapa