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Bonito - Balneário Municipal

Wir kommen spät in Bonito an. Ich hatte extra noch vor Abreise ins Pantanal ein Hostel für Bonito gebucht, da ich mir schon dachte, dass das WLAN in der Wildnis nicht zuverlässig funktionieren wird. Leider musste ich kurz vor Ankunft in Bonito feststellen, dass ich mich leider mit dem Datum vertan habe. Ich habe es für den morgigen Tag reserviert, nicht für den heutigen. Puh, das kommt davon, wenn man ständig vergisst, welcher Tag heute eigentlich ist. Anthony hatte ebenfalls ein Zimmer im gleichen Hostel gebucht und da es um die Ecke vom Busbahnhof ist, entscheide ich mich erst mal dort vorbei zu gehen, um nachzufragen, ob das Hostel meine Buchung gegebenenfalls verschieben kann. Leider erfahre ich, dass das Hostel ausgebucht ist für diese Nacht. Ich ärgere mich so sehr über mich selbst, dass ich das verplant habe. Aber so was passiert wohl jedem Mal auf einer Reise. Ruhig bleiben, es gibt immer eine Lösung. Dann plötzlich ein Hoffnungsschimmer: ein Gast ist wohl früher abgereist und es gibt doch noch ein freies Bett. Glück gehabt! Wir beziehen schnell das Zimmer und gehen dann noch im nahe gelegenen Santo Rock Burger essen und Bier trinken. Gegen ein Uhr nachts kommen wir zurück ins Zimmer und müssen erschreckend feststellen, dass 7 von 8 Betten besetzt sind. Leider ist die Rezeption nicht mehr besetzt und bezahlt sind die beiden Betten auch schon. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als das eine schmale Bett schlichtweg zu teilen. Welch Glück, dass ich nicht so groß geraten bin. Es wird eine unbequeme Nacht, aber besser ein halbes Bett als keines.


Balneário Municipal
Am nächsten Tag geht es mit dem Mountainbike zum etwa 7km entfernten natürlichen Schwimmbad von Bonito. Eines der wenigen Dinge, die man ohne offiziellen Guide besuchen kann. Bonito ist das Aushängeschild von nachhaltigen Ökotourismus in Brasilien - allerdings mit dem Nachteil, dass nahezu alle Sehenswürdigkeiten nur im Rahmen einer Tour zu besichtigen sind. Und diese sind natürlich insbesondere in der Hauptsaison ziemlich teuer. Zum Einen, weil sich vieles auf Privatgelände befindet. Zum Anderen vermutlich auch um den Besucherstrom zu regulieren und vielleicht auch deswegen, weil die Touristen es schlichtweg bezahlen. 
Das Balneário ist an einem natürlich Fluss gebaut. An unterschiedlichen Stellen kann man auf Steintreppen im Wasser sitzen oder vom Holzsteg ins klare Wasser springen. Die ganze Anlage ist wirklich schön und sehr natürlich. Ich habe so etwas noch nicht zuvor gesehen, geschweige denn erlebt. Überraschenderweise gibt es sehr viele, sehr große Fische, die am Rand darauf warten, gefüttert zu werden. Wenn man das macht, gibt es ein großes Fischgemenge und Geplätschere und ich finde das etwas ekelig. Die Fische sind wirklich groß und fett. Ich merke, dass ich es irgendwie etwas beängstigend finde, mit so großen Fischen zu schwimmen. Naja, hilft ja nichts. Also nix wie rein. Ich gebe zu: ich muss mich daran gewöhnen. Denn beim Baden berührt man zwangsläufig ab und an einen Fisch und ich erschrecke dabei jedes Mal. Nichtsdestotrotz habe ich Spaß. Ich bade, döse im Schatten und mache mich nach ein paar Stunden wieder auf den recht anstrengenden Heimweg. Für knapp 50 Real war der Besuch des Balneário ein gelungener, entspannter Ausflug!


Papaya Hostel
Mit kleinem Pool und gutem Frühstück!


Eisdiele am Plaça
Selbst gemachtes Eis. Nicht ganz günstig, aber jeden Löffel wert!