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Copacabana & Isla del Sol

Nordwestlich von La Paz liegt der Titicaca See. Er ist einer der größten Seen in Südamerika und mit seiner Lage auf 3.812m über dem Meeresspiegel der höchste schiffbare See der Welt. Gleichzeitig bildet er eine natürlich Grenze zwischen den beiden Ländern Bolivien und Peru.

Die beschauliche Kleinstadt Copacabana ist zwar nicht so berühmt für die knappen Höschen wie die brasilianische Namensschwester, aber allemal einen Besuch wert. Sie versprüht eine entspannte, gediegene Atmosphäre. Nach der wuseligen lauten Stadt La Paz ist es herrlich, hier einfach durch die Straßen und über den kleinen Markt zu schlendern. In der Straße, die vom Kirchenplatz zum Wasser führt, findet man viele Restaurants, die ein günstiges Menü für 25 Pesos anbieten - viele davon mit vegetarischer und sogar veganer Option! Die weiß getünchte Basilika ist ein kleines Highlight, da sie mit Kirchplatz und Kapelle überraschend groß für diese Kleinstadt mit 6.000 Einwohnern ist. Ich gehe spontan beim Hostel Sonia vorbei, das im Reiseführer empfohlen wird. Für nur 30 Pesos (ohne Frühstück) übernachte ich alleine in einem Mehrbettzimmer. Das Hostel ist weder stylisch noch modern, aber sauber und die Küche ist gut ausgestattet. Außerdem ist das Personal super nett und hilft mir bei der Planung meines Tagesausflugs und der Weiterreise.


Isla del Sol
In der Mythologie der Inka, hat der Sonnengott Inti seine Kinder auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen. Auf der Insel befinden sich Inkatempel, ein Goldmuseum und ein Labyrinth der Inka. Leider kann man momentan nur den Süden der Insel besuchen. Grund dafür ist, dass es seit 2017 Konflikte zwischen den Gemeinden auf der Insel gibt bezüglich des Tourismus gibt. Da diese bisher ungelöst sind, haben die Gemeinden im Norden kurzerhand die Wege für Touristen einfach gesperrt. Das ist schade, da sich im Norden der Insel das Goldmuseum und das Labyrinth befinden. Heute leben etwa 2.000 Menschen auf der Isla del Sol. 
Die Boote bringen einen für 35 Soles morgens um 8.30 zur Insel und holen einen um 15.00 wieder im Hafen von Yumani ab. Das Boot tuckert entspannt und sehr langsam über das Wasser. Für den einen Kilometer Seeweg braucht es etwa zwei Stunden. Also bei gutem Wetter am besten einen Platz auf dem Sonnendeck ergattern und die frische Brise und die Aussicht genießen. Im kleinen Hafen auf der Südinsel kannten sich direkt beim Inkatempel absetzen lassen. Hier wird eine Gebühr von 10 Bolivianos erhoben. Von dort kann man zu einem Aussichtspunkt auf dem Südzipfel wandern und dort an der Bucht entlang nach Yumani. Hier, der größten Siedlung im Süden der Insel, gibt es viele Hostels und Restaurants mit Terassen, auf denen man entspannt die Sonne und den Blick auf den ruhigen See genießen kann. Von dort kann man noch weiter zu einem Aussichtspunkt auf etwa 3.925m wandern und dann wieder zurück nach Yumani. Ich habe es in der Zeit nicht mehr weiter nördlich nach Cha'lla geschafft, da ich lieber eine lange Pause beim Aussichtspunkt eingelegt habe. Dort soll es sogar einen Sandstrand und tiefblaues Wasser geben! Den Weg von Yumani runter zum Hafen sollte man nicht unterschätzen. Man muss fast 20 Minuten bergab über Kopfsteinpflaster laufen, kommt dabei allerdings beim Inkabrunnen vorbei, dessen Wasser hier viele Reisende trinken. Anscheinend ist es heilig und verleiht ewige Jugend - wie doof, dass ich das erst am Tag später erfahre. Danach läuft man die Escalera de Inka, die Inkatreppe, hinab zum beschaulichen Hafen. 


Selbst wenn man nur den Süden der Insel besuchen kann, ist es dennoch wunderbar. Die Aussichten auf den stillen Titicacasee, der mich etwas an die Ostsee erinnert, sind einfach irre schön. Und die Insel macht ihrem Namen alle Ehre. Hat es einen Tag vorher noch geregnet, scheint bei meinem Besuch die Sonne vom blauen Himmel. Es wundert mich nicht, dass in der Region des Titicacasees die Insel zu einer der Hauptattraktionen zählt. Insbesondere in der Nebensaison ist es herrlich ruhig, ich war zwar nicht alleine auf der Insel, aber bei den vielen Wegen verteilt sich der Touristenanstrom etwas. Größtenteils bin ich alleine gewandert und auch niemandem begegnet. Nicht unterschätzen, dass man hier auf einer Höhe von knapp 4.000m ist - die Sonne kann mitunter ganz schön heftig sein und das unterschätzt man bei der Frische hier. Einige bleiben auch über Nacht in einem der Hostels, viele bringen ihr Zelt mit und schlagen dies einfach mitten in der Natur auf. Das mache ich einfach das nächste Mal ;)