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Das weiße Gold der Inkas

Versteckt in den Bergen des Heiligen Tals der Inkas befindet sich die höchst gelegene Salzfarm der Welt. Auf 3.380 Metern über dem Meeresspiegel, eingepfercht zwischen zwei Berghängen, liegt ein Labyrinth aus tausenden Salzbecken. Die mehr als 3.000 Salzbecken wurden in Handarbeit von den Inkas erbaut. Somit ist die Salzfarm inzwischen etwa 1000 Jahre alt. Das salzhaltige Wasser stammt aus dem umliegenden Gebirgsmassiv und fließt in einem ausgeklügelten Kanalsystem in die etwa 15 Zentimeter tiefen Becken. Die Salinas de Maras gehören zu einem von vier Orten auf der Welt, an welchem rosa Salz gewonnen wird. Die natürliche rosa Färbung stammt von verschiedenen Mineralien, die mit dem Wasser aus dem Gebirge geschwemmt werden und sich in den Salzkristallen ablagern.


Salz stellte für die Inkas ein sehr geschätztes und teures Handels- bzw. Tauschgut dar. Es war darüberhinaus wichtig, um Nahrungsmitteln wie Fleisch und Fisch durch Pökeln haltbar zu machen. Die ausschließlich manuelle Arbeit auf der Salzfarm ist heute noch genauso hart wie zur Inkazeit, allerdings stellt sie nur noch eine kleine Einnahmequelle für die Salzbauern dar.


Tatsächlich gibt es hier eine Erntezeit für das Salz, da die Regenzeit bis Ende April andauert. Ab Mai vertrocknet das Wasser durch die Sonne und die Luft in den Becken und zurück bleiben weiße Salzkruste und die Sole, eine breiige Salzmasse. Die Erntezeit der Salzkristalle in der Salzkruste dauert bis August an. Da derzeit Regenzeit ist, sind die Becken etwas bräunlich gefärbt. Doch dies stört den faszinierenden Anblick nicht. Nachdem ich viele Mauern und Ruinen von religiösen Tempeln der Inkas gesehen habe, finde ich es interessant, durch den Besuch der Salzfarm einen anderen Blick auf diese Kultur zu bekommen. Und ich bin immer wieder erstaunt darüber, mit welch Intelligenz und Handwerkskunst diese alte Kultur Dinge erschuf, die Jahrhunderte mühelos überdauern. Wo wären wir wohl heute, wenn diese Kultur nicht untergegangen wäre? Wie sähe unsere Welt aus, wenn eine hochentwickelte und schöpferische Kultur, die alles im Einklang mit Patchamama (Mutter Erde) tut, die Vorherrschaft hat? Unsere Erde wäre heute vermutlich ein besserer, sauberer und gesünderer Ort. 


Salineras de Maras | 45km nördlich von Cusco. Nur über eine staubige, steile Schotterstraße zu erreichen, am besten im Rahmen einer organisierten Tour oder per Taxi. Eintritt 10 Soles.

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