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Lago Atitlán - einer für alles

Im südwestlichen Hochland von Guatemala liegt der See Atitlán. Was mal ein großer Vulkankrater war, ist heute ein weitläufiger See, umgeben von steilen, grünen Hügeln, drei Vulkanen und etlichen entzückenden Maya Dörfern. Schon unser deutscher Freund Alexander von Humboldt hat den tiefsten See in Zentralamerika "den schönsten See der Welt" genannt. Und ich kann es nur bestätigen: es ist einfach traumhaft. Egal ob man hier im Wasser oder Land aktiv sein möchte, mal so richtig entspannen will oder ob man sich im Rahmen eines spirituellen Exodus tätowieren lässt - hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.


01 Abschalten in Santa Cruz de La Laguna

In meinen Augen kann man dem etwas wuseligen Ort Panajachel, in dem man in der Regel ankommt, schnell den Rücken kehren. Wer abschalten und die Ruhe genießen möchte, der ist in Santa Cruz genau richtig aufgehoben. Hier gibt es weder richtige Straßen, Telefonleitungen und erst recht keinen Supermarkt. Hinkommt man mit einem kleinen Boot, hier auch "la lancha" genannt. Für 10 GTQ (beim ersten Mal müssen alle gringos oder die, die danach aussehen, in der Regel mehr zahlen) wird man am Anleger des kleine Dorfes abgesetzt. Santa Cruz kann ausschließlich mit dem Boot oder über einen schmalen Wanderweg erreicht werden. Direkt am Anleger liegt das Hostel Iguana Perdida mit grandiosem Blick auf den See und die Vulkane. Hier kann man die Seele in einer der Hängematten baumeln lassen, gutes Essen und gute Gesellschaft genießen oder ein wenig Yoga machen. Santa Cruz eigenen sich lediglich für einen kleinen Spaziergang, bei welchem man zunächst den sehr steilen Anstieg meistern muss.


Hostal Iguana Perdida | direkt am See, am Anleger von Santa Cruz de La Laguna gelegen. Großartige Stimmung mit entspannten Themenabenden. Leider keine Küche, dafür ein gutes Restaurant, in welchem Einheimische kochen. Keine Wifi, also nur für die geeignet, die mal richtig abschalten wollen. Zum Hostel gehört auch eine Tauchschule.


Kooperative in Santa Cruz | im Dorf auf dem Hang gelegen befindet sich dieses kleine Restaurant bzw. Café. Zugleich ist es Ausbildungsstätte und Werkstatt für das textile Kumsthandwerk. Im Angebot sind Workshops für Reisende, um die Webtechniken der Mayas zu erlernen. Darüberhinaus können im integrierten Laden handgemachte Produkte erworben werden. Der einzige Ort mit Wifi in Santa Cruz.

02 Meditieren in San Marcos

Yoga und Meditation, unrasierte Beine und haarige Achesln, Traumfänger, Marihuana und Mandala Tattoos: willkommen in San Marcos. Dieses Dorf ist definitiv von einer Menge Hippies besetzt. Das Gute daran ist: es gibt jede Menge vegetarisches und veganes Essen. Und der Vibe ist definitiv sehr entspannt. Die Bootsfahrt ab Santa Cruz bis nach San Marcos kostet 10 GTQ, je nach Gemütslage des Kapitäns muss man als Reisender auch mal 15 GTQ zahlen.


Moonfish Café | nettes Café etwas abseits von der Hauptspazierstraße. Grüner, schattiger Innenhof. Hier gibt es auch einen Campingplatz und eine trockene Biotoilette - wie es sich für Hippies so gehört.


Il Giardino | top geeignet zum Frühstücken. Viele vegetarische Optionen und leckere, frischere Smoothies.

Dolce Gelato | selbstgemachtes Eis nach italienischem Vorbild. Es gibt auch viele vegane Altnativen. Ich empfehle die veganen Sorten Dark Chocolate und Frutti die Bosque. Mit 20 GTQ für zwei Kugeln nicht gerade günstig, aber jede Sünde wert. Super entspannter und schöner Innenhof mit Bastmatten und Polstern zum Relaxen. 


Gypsy's | sehr gut sortierter Second Hand Shop

03 Baden im Casa del Mundo

Ein etwa 45-minütiger Fußmarsch am Seeufer entlang führt zum Casa del Mundo. Der Weg Richtung Jabalito ist recht einfach, allerdings sollte man festes Schuhwerk tragen. Ich hatte mich vorher mehrfach informiert und versichert bekommen, dass der Abschnitt zwischen Santa Cruz und Jabalito sicher ist. Denn leider kommt es in anderen Bereichen um den See Atitlán immer wieder zu Überfällen, weshalb man nicht alleine gehen soll. Kurz vor Jabalito trifft man auf das Hotel Casa der Mundo. Dieses Hotel schmiegt sich an den steilen Hang auf mehreren Ebenen bis hinab zum Wasser. Es gibt eine wunderbare Gartenanlage, in welcher man viele Steinskulpturen und Chillout-Zonen entdecken kann. Dem Hotel ist das Café bzw. Restaurant Jardín del Sol angeschlossen. Von der Terrasse hat man einen wunderbaren Blick auf den See. Weinmann Lust hat, kann man den Seezugang des Hotels zum Baden benutzen. Besonders schön daran ist, dass die unteren Terrasse teilweise im Wasser versunken sind. Das Hotel wurde zu einer Zeit erbaut, in welcher das Wasserniveau des Sees geringer war. Die versunkenen, überspülten Terrassen, die langsam vom Wasser zersetzt werden, geben dem Ganzen einen besonderen Charme. Ich hatte dort ein spätes Frühstück und war der ganzen Vormittag alleine am natürlichen Pool.


Wer noch aktiver sein möchte, kann ein Kayak mieten und über den See paddeln - unbedingt vormittags machen, wenn das Wasser noch still ist. Gegen späten Vormittag zieht täglich ein Wind namens Xocomil auf, der durch das Aufeinandertreffen des warmen Pazifikwindes mit dem kalten Nordwind entsteht. Und dann kann es schon mal etwas unruhig auf dem Wasser werden.

04 Shoppen in San Juan

In San Juan gibt es eine Menge Kunsthandwerk. Zum Einen sind das Maler - wer also Bilder kaufen möchte, ist hier genau richtig. Zum Anderen sind hier viele Kooperativen von Weberinnen und Näherinnen. Es macht den Anschein, als würde jede Einwohnerin in San Juan in einer Kooperative arbeiten. Vieles wird hier tatsächlich selbst gemacht: vom Färben der Garne mit natürlichen Farbstoffen, bis zum Weben, Knüpfen, Häkeln und Nähen. Neben vielen wunderschönen Textilien kann man auch Ohrringe, Töpfereien und andere Souvenirs kaufen. Ich war so beeindruckt und überfordert von den Schönheiten, dass ich letztlich gar nichts gekauft habe.



Der Lago Atitlán zählt auf jeden Fall zu einer meiner Highlights in Guatemala. Ich fand insbesondere das milde Klima und die entspannte Atmosphäre herrlich. Ich komme auf jeden Fall wieder!


Hinkommen
Von Antigua aus gibt es viele private Shuttles, die zum Lago Atitlán, nach Panajachel, fahren. Ich kann nur jeden ermutigen, den öffentlichen Chicken Bus zu nehmen. Ich hatte Glück und musste nur einmal in Chimaltenango umsteigen. Die gesamte etwa 3,5 stündige Fahrt hat mich 35 GTQ (etwa 4,10€) gekostet.

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