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Laguna Lachúa

Mitten im Dschungel von Guatemala befindet sich eine kreisrunde Lagune mit kristallklarem Wasser: die Laguna Lachúa. Weit weg von der normalen Touristenroute,  liegt die Lagune etwas südöstlich von Playa Grande, in der Nähe der Grenze zu Mexico. Hier gibt es vor allem zwei Dinge: wunderschöne Natur und etwas Einsamkeit.


Der Weg zur Laguna ist wohlgemerkt etwas beschwerlich. Ich fahre nahezu vier Stunden mit dem Microbus Von Cobán Richtung Playa Grande. Die Strecke ist zum Großteil asphaltiert, auf dem Weg machen wir sogar kurz Pause an einer Tankstelle. Es sind gefühlte 38 Grad in dem Auto, Klimaanlage gibt es nicht. Also wird geschwitzt. Die letzten 5km vor dem Eingang zum Nationalpark beginnt eine Schotterstraße. Ich bin die einzige, die hier aussteigen möchte. Und wie es aussieht, ist der Park auch alles andere als überfüllt. Beim Ticketkauf bin ich die dritte Person, die den Park an diesem Tag betritt. Und es ist bereits 15.45 Uhr, in 15 Minuten schließt der Park. 


Ich habe nur meinen Tagesrucksack dabei und Verpflegung, da es im Park selbst nichts gibt. Noch nicht mal ein Kiosk. Dafür gibt es immerhin gefiltertes Wasser, was zumindest ein wenig Schlepperei erspart. Um zur Lagune zu gelangen, muss man etwa 4km wandern. Der Weg ist recht einfach, man kann ihn nicht verfehlen, da es nur diesen einen gibt. Unterwegs gibt es einige Schautafeln mit Erklärungen zu besonderen Flora und Fauna des Parks. Ich habe etwas unterschätzt, dass das hier Dschungel ist. Es ist wahnsinnig schwül, ich schwitze was das Zeug hält. Auf dem Weg sehe ich Affen im Baum, ein kleines Säugetier kreuzt meinen Weg. Noch interessanter als diese Tiere, sind aber die Geräusche im Dschungel: Zirpen, Zwitschern, Rascheln, Brüllen. Als ich etwa eine Stunde später am Eco Hotel ankomme, bin ich durchnässt. Von einem alten Herren, einer der beiden Parkwächter hier, werde ich begrüßt. Nach dem kurzen Checkin schmeiße ich mich direkt in meinen Badeanzug und laufe den kurzen Fußweg zur Lagune hinunter. 
Der Anblick ist wunderschön. Es gibt Holzstege und zwei kleine offene Hütten, die mit Palmenblättern gedeckt sind. Merkwürdig geformt Steine liegen im Wasser. Und das Wasser ist so klar, dass man jedes Blatt auf dem Boden erkennen kann. Türkisblau schimmert es im Sonnenlicht. Das Wasser der Lagune hat 28 Grad - nicht gerade erfrischend, aber angenehm warm, um einfach nur im Wasser zu liegen und den Moment zu genießen. Kurze Zeit später sitze ich auf dem Steg und bin froh, dass ich diese Reise auf mich genommen habe. Dieser Ort ist tatsächlich einzigartig. 

Zusammen mit dem Pärchen auf der anderen Seite des Holzsteges genieße ich den Anblick der untergehenden Sonne über dem Wald am anderen Ende der kreisrunden Lagune. Zugegeben etwas kitschig, aber wunderschön. Ich bin überrascht und froh darüber, dass es hier nicht allzu viele Moskitos gibt. Am Abend koche auf dem Holzofenherd und gehe dann früh zu Bett. Beim Weg zur Cabaña treffe ich einige Frösche, die auf dem Weg sitzen und eine Tarantel, die sich neben der Dusche versteckt. Ja, das gehört dazu in dieser freien, wilden Natur. 



Am nächsten Morgen stehe ich früh auf, um den Sonnenaufgang in der Lagune zu sehen. Selbst um 5.30 Uhr ist noch warm, allerdings frischt ein leichter Wind die Temperatur etwas auf. Die Luft ist so feucht, dass es von den Blättern tropft. Das Paar ist auch da, macht sich allerdings gegen 7.00 Uhr schon auf den Weg zurück. Die folgenden Stunden am Vormittag habe ich ganz für mich. Ich sitze auf dem Steg in der Sonne, umgeben von bunten Schmetterlingen, Vögeln mit gelbem Bauch und neugierigen Fischen im Wasser. Mit jeder weiteren Stunde ändert sich der Anblick der Lagune. Der Wind flacht ab, die Sonne bringt das türkisblaue klare Wasser zum Leuchten. Ich kann das hier ganz alleine genießen. Ganz für mich sein. In diesem Moment möchte ich nirgendwo anders sein als hier. 



Parque Nacional Laguna Lachúa | Eintritt 50 GTQ. Bus ab dem Terminal der Norte nehmen (Kostenpunkt 50 GTQ). Öffnungszeiten 7.00 bis 16.00 Uhr. Ich würde unbedingt eine Übernachtung einplanen, um ausreichend Zeit zu haben, die Lagune zu genießen.


Eco Hotel El Vandero | vorherige Reservierung ist empfehlenswert. Ich habe im Hostel in Cobán gefragt, ob sie das für mich erledigen können. Eine Nacht in einer einfachen Cabaña kostet 70 GTQ pro Person. Moskitoschutz gibt es am Fenster, durch die Holzritzen kommen aber doch ein ein paar Krabbeltiere rein. Wenn man empfindlich ist, sollte man einen Moskitoschutz für das Bett selbst mitbringen. Man kann für 25 GTQ pro Person auch zelten. Wer kein eignes Zelt dabei hat, kann auch eines leihen, allerdings muss man eine eigene Isomatte oder Luftmatratze mitbringen. Es gibt Duschen und trockene Biotoiletten sowie einen Küche mit Holzfeuerherd. Kein Strom, daher Stirnlampe nicht vergessen.

Hinkommen | vom Busterminal (eher ein Schotterplatz) in Cobán fährt ein Collectivo Richtung Playa Grande. Einfach dem Fahrer Bescheid geben, dass man zur Laguna Lachúa möchte, dann wird man 3.5 Stunden Fahrt rausgelassen. Kosten: 50 GTQ für eine Strecke.

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