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Semuc Champey

In der indigenen Sprache Q'eqchi' bedeutet Semuc Champey "der Fluss, der sich unter den Steinen versteckt". So fließt unter einer etwa 300m langen natürlichen Brücke aus Kalkstein der Cahabón River hindurch. Auf dieser Brücke befinden sich sechs durch Erosion geformte türkisblaue Becken, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch zum Baden einladen.


Die nächst gelegene Stadt von Semuc Champey ist der 11km entfernte Ort Lanquín, der direkt am Naturschutzgebiet liegt. Wohl gesagt, ist die Reise nach Lanquín von den bedeutenden touristischen Zielen in Guatemala aus, eine durchaus lange Reise, da die Infrastruktur nicht allzu gut ist. Da ich jedoch von Cobán komme, ist die Fahrt in weniger als drei Stunden geschafft.


Viele Hostels bieten geführte Touren zu Semuc Champey an. Man kann aber die Becken auch alleine besuchen. Vorteil davon ist, dass man sich die Zeit selbst einteilen kann und so lange in oder an den Becken verweilen kann wie man möchte. Also nehme ich morgens um 9.00 Uhr ein Colectivo von Lanquín aus. FÜR 25 GTQ fährt man auf der Ladefläche eines Pick-ups mit. Das ist etwas abenteuerlich, aber auch spaßig. Wer die 10km wandern möchte, kann dies durchaus tun, sollte aber aufgrund der Hitze früh starten und ausreichend Wasser mitnehmen. 

Der Eintritt zum Naturreservat kostet 50 GTQ (etwa 5,90€). Ich mache mich sofort auf zum Mirador, dem Aussichtspunkt. Denn noch ist nicht besonders viel los und es ist früh und daher etwas kühler. Nach etwa 25 Minuten schweißtreibenden Wanderweg komme ich oben an. Der Blick ist fantastisch. Von oben entfaltet sich die ganze Pracht der Becken.

Danach geht es wieder hinab und ins kühle Nass. Unten bei den Becken gibt es sogar Schließfächer, damit man seine Sachen nicht unbeaufsichtigt am Rand liegen lassen muss. Allerdings muss man für die Nutzung ein eigenes Schloss mitbringen! 
Die Steine im Fluss sind recht glitschig, man muss höllisch aufpassen, dass man nicht ausrutscht. In einem der Becken sind besonders viele kleine Fische, die sich auf Touristenfüße spezialisiert haben: es gibt eine kostenfreie Pediküre. Am Anfang kitzelt das wahnsinnig. Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde - das leichte Kribbeln oder das bißchen Ekel, das bei der Behandlung mitschwingt. Nach ein paar Minuten habe ich mich an beides gewöhnt und lasse mich kompromisslos anknabbern. Meine Füße scheinen beliebt zu sein. Die Fische tummeln sich geradezu zwischen meinen Zehen. Danach geht es eine Runde Schwimmen in einem der tieferen Becken. Nach rund zwei Stunden relaxen, schwimmen und pediküren, spaziere ich am Flußlauf zurück zum Eingang und nehme auf ein Colectivo nach Lanquín. Es ist üblich, dass man ein paar Minuten warten muss bis sich etwa eine Handvoll Leute gefunden haben. Aber Eile kennt man hier in Guatemala ebenso wenig wie in Südamerika. Was für ein schöner Ausflug!


Tubing auf dem Río Lanquín | entspannt lässt man sich in einem Autoreifen sitzend vom Fluss hinab treiben. Gegen Ende der Trockenzeit führt der Fluss leider etwas wenig Wasser. Dafür ist es umso relaxter, jedoch sollt man bei niedrigem Wasserstand auf seinen Hintern aufpassen, da dieser der tiefste Punkt ist und der ein oder andere Stein im Weg sein könnte. Startpunkt sind die Grutas de Lanquín. Ich habe meinen etwa 1.5h Ausflug über das Hostel für etwa 50GTQ gebucht. 

Pizzeria Nel Pastel | schöne Terrasse mit Blick auf die Berge. Große, leckere Pizzen - am besten die Größe Mediana bestellen und entweder mit jemandem teilen oder sich den Rest einpacken lassen für den kommenden Tag - das schont auch den Geldbeutel.
 
Hostel El Retiro | sehr schöne Anlage direkt am Fluss. Besteht aus mehreren kleinen Cabañas, die mit Palmenblättern gedeckt sind. Fußläufig ist das Zentrum von Lanquín in wenigen Minuten zu erreichen. Die Übernachtung im Mehrbettzimmer kostet etwa 46 GTQ pro Nacht, die dritte Nacht ist sogar kostenfrei. Wer sensibel auf Mokitos reagiert, sollte sich eine andere Alternative suchen, da das Mehrbettzimmer nur teilweise mit Fliegengittern ausgestattet ist. Ventilatoren können gemietet werden (etwa 25 GTQ). Leider gibt es keine Küche, dafür ein gutes Restaurant. Morgens Granola mit Früchten und Yoghurt, abends meist Buffet mit vegetarischer Option. 

Hinkommen | von Cobán aus bin ich etwa drei Stunden mit dem Bus nach Lanquín gefahren. Kosten 30 GTQ. Busse verkehren stündlich, der letzte Bus ab Cobán fährt um 17.00 Uhr ab.


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